Belgien WM 2026 » Letzte Chance für De Bruyne & Co.

Belgische Nationalmannschaft Rote Teufel bei der WM 2026

Ladevorgang...

Kevin De Bruyne mit 34, Romelu Lukaku mit 33, Thibaut Courtois mit 34 — die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Die goldene Generation Belgiens, die seit 2014 von einer WM zur nächsten reist und immer knapp am Titel scheitert, steht vor ihrem letzten großen Turnier. Die WM 2026 ist die finale Chance auf das, was dieser außergewöhnlichen Spielergeneration bisher verwehrt blieb: einen Titel.

Die Roten Teufel reisen mit einer Quote von etwa 18.00 als Außenseiter nach Nordamerika — eine Einschätzung, die vor fünf Jahren undenkbar gewesen wäre. Damals führte Belgien die FIFA-Weltrangliste an, galt als einer der Top-Favoriten. Heute ist die Mannschaft im Umbruch, zwischen der alten Garde und den Nachfolgern, die noch nicht bewiesen haben, dass sie das Niveau halten können. Gruppe G mit Ägypten, Iran und Neuseeland ist machbar, aber die eigentliche Frage lautet: Wie viel haben De Bruyne und Co. noch im Tank?

Belgiens Qualifikation für die WM 2026

Die Qualifikation war ein Spiegelbild der aktuellen Situation: solide genug für den Gruppensieg, aber ohne den Glanz vergangener Jahre. Sieben Siege, zwei Remis, eine Niederlage — die Bilanz reicht, aber sie begeistert nicht. Das 1:2 gegen Schweden war ein Weckruf, die Remis gegen Österreich und Norwegen zeigten die Grenzen.

Die UEFA-Qualifikationsgruppe umfasste Schweden, Österreich, Estland, Aserbaidschan und Malta. Auf dem Papier machbar, in der Realität holpriger als erwartet. Die Niederlage in Stockholm war schmerzhaft — ein spätes Tor, eine müde Defensive, ein De Bruyne, der nicht in Topform war. Diese Partie offenbarte die Verwundbarkeit einer alternden Mannschaft.

Was mich an dieser Kampagne überraschte: die Entwicklung der jungen Spieler. Jérémy Doku etablierte sich als Schlüsselspieler, seine Dribblings waren oft der einzige Lichtblick in schwachen Spielen. Amadou Onana im Mittelfeld übernahm Verantwortung, füllte die Lücke, die Axel Witsel hinterließ. Diese Talente geben Hoffnung, dass der Übergang gelingen kann — aber bei der WM 2026 tragen noch die Alten die Hauptlast.

Die Torausbeute in der Qualifikation war ordentlich: 22 Tore in 10 Spielen, ein Schnitt von 2,2 pro Match. Lukaku führte mit sieben Treffern, De Bruyne bereitete fünf vor. Die Offensive funktioniert noch, solange die Stars fit sind. Defensiv war Belgien anfälliger als früher — acht Gegentore, davon drei in den Spielen gegen Schweden und Österreich. Die Zeiten der unüberwindlichen Mauer sind vorbei.

Der Kader: De Bruyne, Lukaku und das Ende einer Ära

Kevin De Bruyne ist das Herzstück dieser Mannschaft — und sein Zustand wird über Belgiens Turnierverlauf entscheiden. Der Manchester-City-Spieler hat mit Verletzungen gekämpft, seine Einsatzminuten in der Saison 2025/26 waren limitiert. Aber wenn De Bruyne fit ist, wenn er seine Bälle verteilen kann, dann ist Belgien ein anderes Team. Seine Pässe sind Kunstwerke, sein Spielverständnis unübertroffen. Mit 34 Jahren bleibt er der beste Spielmacher der Welt — wenn der Körper mitmacht.

Romelu Lukaku im Sturm ist ein Unikum. Seine Karriere verlief in Wellen — gefeiert bei Everton, gescheitert bei Manchester United und Chelsea, wiedergeboren in Italien. Bei der WM 2022 war er außer Form, vergab gegen Kroatien mehrere Großchancen. Seitdem hat er sich bei Napoli stabilisiert, trifft regelmäßig, wirkt motivierter als je zuvor. Lukaku bei 33 Jahren weiß: Es ist seine letzte Chance auf WM-Ruhm.

Thibaut Courtois im Tor ist Weltklasse, daran besteht kein Zweifel. Der Real-Madrid-Keeper hat in seiner Karriere alles gewonnen, seine Reflexe sind auf höchstem Niveau. Aber auch er kämpfte mit Verletzungen, verpasste einen Großteil der Saison 2023/24. Wenn Courtois fit ist, hat Belgien den besten Torwart des Turniers. Wenn nicht, steht mit Koen Casteels ein solider, aber nicht weltklasse Backup bereit.

Jérémy Doku ist der Star der neuen Generation. Der Manchester-City-Flügelspieler hat Tempo, Technik, Unberechenbarkeit — alles, was einen modernen Dribbler ausmacht. Mit 24 Jahren bei Turnierbeginn ist er im perfekten Alter, reif für die große Bühne. Dokus Dribblings können Spiele öffnen, können Abwehrreihen auseinandernehmen. Er ist Belgiens Hoffnung für die Zukunft — und für dieses Turnier.

Das Mittelfeld hat sich verjüngt. Amadou Onana ist der physische Anker, der Ballgewinner, der die schmutzige Arbeit erledigt. Youri Tielemans bringt Erfahrung und Passqualität, kann Spiele von hinten dirigieren. Leander Dendoncker als Backup bietet Vielseitigkeit. Diese Mischung aus Jugend und Erfahrung gibt Belgien Optionen.

Die Verteidigung ist Belgiens größtes Fragezeichen. Die Zeiten von Kompany, Alderweireld und Vertonghen sind vorbei. Wout Faes und Zeno Debast haben sich etabliert, aber keiner ist auf dem Niveau der Vorgänger. Die Außenverteidiger — Timothy Castagne rechts, Arthur Theate links — sind solide, aber nicht spektakulär. Diese Defensive kann gegen schwächere Gegner halten, gegen Top-Teams wird sie getestet werden.

Die Kadertiefe ist begrenzt. Hinter den etablierten Stars fehlt es an gleichwertigen Alternativen. Wenn De Bruyne ausfällt, gibt es keinen Ersatz auf seinem Niveau. Wenn Lukaku verletzt fehlt, muss Loïs Openda übernehmen — talentiert, aber noch nicht auf WM-Niveau getestet. Diese Abhängigkeit von Schlüsselspielern unterscheidet Belgien von Teams wie Frankreich oder England.

Ein Hoffnungsschimmer ist die Entwicklung der jungen Garde. Charles De Ketelaere hat sich bei Milan stabilisiert, bringt Kreativität und Torgefahr. Arne Engels im Mittelfeld zeigt Potenzial. Malick Fofana auf den Flügeln ist blitzschnell. Diese Talente könnten bei der WM 2026 Überraschungen liefern — wenn der Trainer ihnen vertraut.

Gruppe G: Belgien gegen Ägypten, Iran und Neuseeland

Die Auslosung bescherte Belgien eine machbare Gruppe. Kein europäischer Schwergewichtler, kein südamerikanischer Favorit — stattdessen drei Teams, die Belgien schlagen sollte. Aber genau diese Erwartungshaltung kann gefährlich werden. Die Roten Teufel müssen liefern, Ausreden gibt es keine.

Ägypten ist der stärkste Gegner. Die Pharaonen haben mit Mohamed Salah einen Spieler von absolutem Weltformat. Der Liverpool-Star kann Spiele allein entscheiden, seine Schnelligkeit und sein Torriecher sind gefürchtet. Hinter Salah bietet Ägypten solide Qualität — Omar Marmoush, Mostafa Mohamed, ein erfahrenes Mittelfeld. Das Duell Salah gegen Belgiens Defensive wird das Match entscheiden.

Iran bringt Disziplin und Kampfgeist. Team Melli qualifizierte sich souverän aus der asiatischen Gruppe, hat Turniererfahrung von den letzten beiden WMs. Die Mannschaft wird tief stehen, wird physisch spielen, wird auf Konter lauern. Sardar Azmoun und Mehdi Taremi führen den Angriff, beide mit europäischer Erfahrung. Iran ist kein Selbstläufer, wie Marokko 2022 bewies.

Neuseeland ist der klare Außenseiter. Die All Whites qualifizierten sich über die ozeanische Zone, haben mit Chris Wood einen Premier-League-Stürmer im Kader. Aber die individuelle Qualität ist begrenzt, der Abstand zu europäischen Top-Teams groß. Ein Pflichtsieg für Belgien, bei dem es primär um das Torverhältnis geht.

Meine Prognose: Belgien gewinnt die Gruppe mit neun Punkten. Alle drei Gegner werden besiegt, Ägypten am knappsten. Der Gruppensieg sollte gesichert sein, die Frage ist nur, wie überzeugend Belgien auftritt.

Die Spieltermine verteilen sich günstig. Das Auftaktspiel gegen Neuseeland findet am 14. Juni in Seattle statt, gefolgt vom Iran-Duell am 20. Juni in San Francisco und dem Gruppenfinale gegen Ägypten am 25. Juni in Los Angeles. Die Westküsten-Route minimiert Reisestrapazen, das Klima im Juni ist angenehm. Belgien wird in Kalifornien sein Lager aufschlagen.

Ein taktisches Detail: Ägypten mit Salah wird Belgiens Defensive auf die Probe stellen. Der Liverpool-Star ist einer der schnellsten Spieler der Welt, seine Läufe in die Tiefe sind gefürchtet. Faes und Debast müssen ihr bestes Spiel zeigen, um ihn zu stoppen. Dieses Duell im letzten Gruppenspiel könnte über den Gruppensieg entscheiden.

Belgien-Quoten: Letzter Anlauf der Goldenen Generation

Die Buchmacher sehen Belgien als Außenseiter. Die Quote von etwa 18.00 auf den WM-Titel impliziert eine Wahrscheinlichkeit von etwa 5-6% — weit entfernt von den Top-Favoriten-Zeiten. Diese Einschätzung spiegelt die Realität wider: Die goldene Generation altert, der Umbruch ist nicht abgeschlossen, die Defensive hat Fragezeichen.

Der Gruppensieg liegt bei etwa 1.40, fast eine sichere Sache gegen diese Gegner. Das Weiterkommen steht bei 1.10, praktisch garantiert. Die Langzeitwetten zeigen die Skepsis: Belgien im Finale bei etwa 9.00, Belgien Halbfinale bei etwa 4.00. Der Turnierbaum ist das Problem — im Viertelfinale dürften Frankreich oder Deutschland warten.

De Bruyne als bester Spieler wird mit etwa 20.00 quotiert — riskant, weil Belgien wahrscheinlich nicht weit genug kommt. Lukaku als Torschützenkönig liegt bei etwa 25.00, sein Torriecher ist unbestritten. Doku bei etwa 40.00 als bester junger Spieler bietet Value, falls er ein starkes Turnier spielt.

Eine Wette, die ich beobachte: „Belgien gewinnt alle Gruppenspiele“ bei etwa 2.50. Die Gegner sind machbar, die Motivation hoch, die Qualität für drei Siege vorhanden. In der Gruppenphase sollte die alte Garde noch einmal liefern können.

Für Langzeitwetter interessant: „Belgien erzielt mehr als 6 Tore in der Gruppenphase“ bei etwa 1.80. Neuseeland und Iran sind anfällig, Lukaku trifft regelmäßig. Die Offensive sollte genug Chancen bekommen, um diesen Wert zu übertreffen.

Die Quote auf „Belgien kassiert weniger als 3 Tore in der Gruppenphase“ liegt bei etwa 2.20 — riskanter wegen der defensiven Fragezeichen, aber machbar gegen diese Gegner. Courtois im Tor gibt Sicherheit, wenn die Vorderleute versagen.

Die verpassten Chancen: Belgiens WM-Geschichte

Zweimal Halbfinale, zweimal Viertelfinale — die goldene Generation hat bei Weltmeisterschaften viel erlebt, nur nicht den Titel. 2014 in Brasilien das Viertelfinale-Aus gegen Argentinien, ein 0:1, das enger war, als das Ergebnis suggeriert. 2018 in Russland das Halbfinale gegen Frankreich, ein 0:1, bei dem Belgien die bessere Mannschaft war. 2022 in Katar das Gruppenaus, die größte Enttäuschung, das Ende der Unschuld.

Die WM 2022 war ein Wendepunkt. Eine Mannschaft, die zerrissen wirkte, in der die Chemie nicht stimmte, die gegen Marokko und Kroatien versagte. Die Berichte über Streitigkeiten in der Kabine, über Spieler, die nicht mehr füreinander kämpfen wollten, waren vernichtend. Hazard und Kompany traten zurück, Martinez ging als Trainer. Das belgische Wunder schien am Ende.

Doch die Reste der goldenen Generation weigerten sich aufzugeben. De Bruyne erklärte, dass er weitermacht, Lukaku und Courtois ebenso. Die Qualifikation für 2026 wurde zur Mission der Wiedergutmachung. Die WM in Nordamerika soll der würdige Abschluss werden, der in Katar verpasst wurde.

Ein historisches Detail: Belgien hat bei WM-Turnieren noch nie das Finale erreicht. Der dritte Platz 2018 — ein 2:0 gegen England — bleibt das beste Ergebnis. Für eine Generation, die jahrelang die Weltrangliste anführte, ist das zu wenig. Die WM 2026 ist die letzte Chance, dieses Defizit zu korrigieren.

Die emotionale Dimension ist nicht zu unterschätzen. De Bruyne, Lukaku und Courtois wissen, dass dies ihr letztes großes Turnier ist. Diese Motivation kann beflügeln oder belasten. In den entscheidenden Momenten wird sich zeigen, ob der Druck die Leistung steigert oder hemmt.

Prognose: Jetzt oder nie für die Roten Teufel

Meine Einschätzung: Belgien erreicht das Achtelfinale sicher, mit 50%-Chance auf das Viertelfinale. Der Titelgewinn ist theoretisch möglich, aber unwahrscheinlich — die aktuellen WM Quoten von 18.00 sind realistisch. Diese Mannschaft hat noch Qualität, aber nicht mehr die Frische und Tiefe der Top-Teams.

Der mögliche Turnierverlauf: Gruppensieg vor Ägypten, im Achtelfinale wahrscheinlich Spanien oder Uruguay als Zweiter der Gruppe H. Hier wird es schwer — gegen den Europameister oder den zweifachen Weltmeister hat Belgien Außenseiterchancen. Ein Viertelfinale gegen Frankreich oder Deutschland wäre der Endpunkt.

Ein Risikofaktor: die Verletzungsanfälligkeit. De Bruyne, Courtois, Lukaku — alle drei hatten in den vergangenen Jahren Verletzungsprobleme. Ein Turnier mit sieben Spielen in 25 Tagen ist eine physische Herausforderung. Wenn einer der drei Stars ausfällt, fehlt Belgien die Qualität, um zu kompensieren.

Mein konkreter Tipp: Belgien scheidet im Achtelfinale gegen Spanien aus — ein Spiel, das La Roja durch mehr Kontrolle und jüngere Beine gewinnt. Die goldene Generation verabschiedet sich würdig, aber ohne den ersehnten Titel. De Bruyne, Lukaku und Courtois werden als die besten Spieler erinnert, die nie Weltmeister wurden.

Für deutsche Fans bietet Belgien einen interessanten Gegner. Die Nachbarschaftsrivalität ist nicht so intensiv wie mit den Niederlanden, aber beide Teams trafen bei großen Turnieren aufeinander. Ein mögliches Duell im Turnierverlauf würde Erinnerungen an das Halbfinale 2018 wecken, als Belgien Deutschland nicht mehr auf dem Weg stand, weil Löws Team bereits ausgeschieden war.

Die Wahrscheinlichkeit auf den Titel schätze ich auf etwa 3-5% — unter dem, was die Quoten implizieren. Die goldene Generation hat ihre beste Zeit hinter sich, der Umbruch ist nicht abgeschlossen. Aber in einem Turnier kann alles passieren — und wenn De Bruyne einen magischen Tag hat, ist Belgien für jeden Gegner gefährlich.

Warum hat Belgien noch nie eine WM gewonnen?

Trotz einer außergewöhnlich talentierten Generation (De Bruyne, Hazard, Lukaku, Courtois) hat Belgien bei Weltmeisterschaften nie das Finale erreicht. Enge Niederlagen gegen Argentinien (2014) und Frankreich (2018) sowie das Gruppenaus 2022 prägen die WM-Geschichte.

Ist die WM 2026 Belgiens letzte Chance?

Für die goldene Generation um De Bruyne (34), Lukaku (33) und Courtois (34) ist die WM 2026 wahrscheinlich das letzte große Turnier. Die nächste Generation ist talentiert, aber noch nicht auf dem gleichen Niveau.