Die Nati im Viertelfinal, Argentinien mit Wahnsinns-Comeback — der 7. Juli im Rückblick

Updated Juli 2026
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Es gibt Nächte, die bleiben in der Region hängen. Der 7. Juli 2026 war so eine. Wer in Vaduz, Schaan oder Triesen bis zum bitteren, wunderbaren Ende vor dem Fernseher ausharrte, hat gesehen, wie die Nati ihr erstes WM-Viertelfinal seit 1954 perfekt gemacht hat — nach 120 zähen Minuten und einem Elfmeterschiessen gegen Kolumbien, das keiner mehr vergisst. Und im zweiten Achtelfinal des Tages lieferte Argentinien das pure Drama: Der Weltmeister lag gegen Ägypten schon 0:2 hinten und drehte die Partie in den letzten elf Minuten. Damit ist das komplette Viertelfinal-Feld gesetzt — und die Schweiz gehört dazu.

Rot gekleidete Fussballspieler umarmen sich nach einem gewonnenen Elfmeterschiessen vor einer jubelnden Tribüne.
Die Nati übersteht die Nervenprobe von Vancouver — und steht zum ersten Mal seit 1954 in einem WM-Viertelfinal.

Vancouver, 120 Minuten, kein Tor — und dann Vargas

Man muss ehrlich sein: Es war kein Spektakel, es war eine Nervenschlacht. Schweiz gegen Kolumbien endete nach Verlängerung 0:0 — zwei defensiv erstklassig organisierte Mannschaften, die sich über 120 Minuten kaum eine klare Chance zugestanden. Genau das hatten die Modelle vorausgesehen: das engste Duell der ganzen Runde, ein Münzwurf. Und im Fussball entscheidet ein Münzwurf am Ende manchmal vom Punkt.

Das Elfmeterschiessen gewann die Schweiz mit 4:3, den entscheidenden Versuch verwandelte Rubén Vargas. Es ist der Moment, auf den eine ganze Fussball-Generation gewartet hat: Zum ersten Mal seit der Heim-WM 1954 steht die Nati wieder in einem Viertelfinal. Für die vielen in Liechtenstein, die die Schweizer bei dieser WM als ihre Mannschaft adoptiert haben, war es die Belohnung für drei durchwachte Nächte — und der Beweis, dass diese Nati Charakter hat, auch wenn der Ball partout nicht ins Netz will.

Argentinien lag 0:2 hinten — und schlug in elf Minuten zurück

Das andere Achtelfinal des Tages schrieb seine eigene Geschichte. In Atlanta führte Ägypten gegen den Weltmeister Argentinien völlig verdient mit 2:0: Yasser Ibrahim traf in der 15. Minute, Mostafa "Zico" erhöhte in der 67. Es sah nach der grossen Sensation aus — bis Argentinien den Schalter umlegte. Cristian Romero verkürzte in der 79. Minute, Lionel Messi glich in der 83. aus, und in der Nachspielzeit (90.+2) drückte Enzo Fernández den Ball zum 3:2 über die Linie. Drei Tore in elf Minuten, ein Herzschlag-Comeback des Champions.

Messi fasste es hinterher so zusammen: "It isn’t easy to come back from 2-0 down, but as I always say, this team never gives up." (Es ist nicht leicht, einen 0:2-Rückstand aufzuholen, aber wie ich immer sage: Diese Mannschaft gibt niemals auf.) Und mit Blick auf die Art des Weiterkommens: "I’m happy we made it through and with the way we did it. We knew it was going to be tough." (Ich bin froh, dass wir weitergekommen sind, und über die Art, wie wir es geschafft haben. Wir wussten, dass es schwer wird.) Für Liechtenstein hat dieses Ergebnis eine besondere Note — denn Argentinien ist nun genau der Gegner, der im Viertelfinal auf die Nati wartet.

Das Viertelfinale ist komplett — und die Schweiz mittendrin

Mit den beiden Ergebnissen sind die letzten acht Plätze vergeben. Im Turnier verblieben sind: Frankreich, Marokko, Spanien, Belgien, Norwegen, England, Argentinien — und die Schweiz. Ausgeschieden im Achtelfinale sind neben Ägypten und Kolumbien auch die drei Gastgeber sowie Rekord-Weltmeister Brasilien. Das Feld hat sich also gehörig gelichtet, und wer jetzt noch dabei ist, hat es sich verdient.

Für die Nati heisst das konkret: Viertelfinale gegen Argentinien, am Samstag, dem 11. Juli, im Arrowhead Stadium von Kansas City. Es ist die Neuauflage des Achtelfinals von 2014, das Argentinien damals erst in der Verlängerung durch Di María gewann. Die ausführliche Prognose zu diesem Duell lesen Sie in unserer separaten Argentinien–Schweiz-Vorschau; wie sich der ganze K.o.-Baum sortiert, steht in den Achtelfinale-Szenarien und im Überblick aller vier Viertelfinals.

Was der Tag für die Quoten bedeutet

Argentiniens Comeback war auch am Wettmarkt ein Ereignis. Während der Weltmeister spät noch 0:2 zurücklag, war seine Titelquote im Livewetten-Markt phasenweise fast abgeschrieben — nach dem Schlusspfiff notierte Argentinien wieder bei rund 4.90 (FanDuel via FOX Sports, Stand 7. Juli 2026, ~19:24 ET). Klarer Favorit auf den Gesamtsieg bleibt Frankreich mit etwa 2.70 bis 2.75. Die Schweiz steht als klarer Aussenseiter bei rund 34.0 — die längste Quote unter den acht verbliebenen Teams. Die vollständige Titel-Übersicht führt die Seite WM-Siegerquoten 2026, die Einordnung vor dem Viertelfinal haben wir im Wettmarkt-Überblick zusammengefasst.

Auch im Rennen um den Goldenen Schuh hat der Abend etwas verschoben: Mit seinem Treffer gegen Ägypten zog Messi auf 8 Turniertore und ist nun alleiniger Führender vor Mbappé und Haaland (je 7). Mehr dazu in den Torschützenkönig-Quoten.

Wie Liechtenstein weiterschaut

Nach diesem 7. Juli darf man in der Region kurz durchatmen — der 8. Juli ist ein spielfreier Tag, das erste ruhige Fenster seit Tagen. Danach rollt der Ball sofort weiter: Am Donnerstag eröffnen Frankreich und Marokko das Viertelfinale, ehe es am Wochenende ernst wird. Für die Nati steht der grosse Termin am Samstagabend an — auch wenn der Anstoss in Kansas City erst tief in der Nacht auf Sonntag über die Bühne geht.

Übertragen wird wie gewohnt auf SRF zwei mit Schweizer Kommentar; den kompletten Fahrplan und die MESZ-Anstosszeiten finden Sie auf WM aus Liechtenstein schauen und in der SRF-Übertragungsübersicht. Liechtenstein war bei dieser WM nie am Ball — aber die Nati leiht uns weiter ihr Trikot. Und diesmal geht es um den Einzug ins Halbfinale.